Das Islandpferd
 

"Mit erhobenem Haupt, vibrierenden Nüstern und wirbelnden Hufen" sind die Islandpferde vor 50 Jahren auf den Kontinent zurückgekommen. Vor über 1000 Jahren verliessen Urahnen von ihnen, die Germanenpferde, mit ihren Besitzern, den stolzen Wikingern, die sich König Harald Schönhaar nicht unterordnen wollten, den Kontinent. Bei Raubzügen an den Küsten Irlands und Schottlands nahmen die Wikinger weitere Pferde als Diebesgut mit. Dies waren jedoch Pferde keltischen Ursprungs, leichter und edler als die Germanenpferde. Diese beiden Pferdetypen bildeten die Grundlage für die Zucht der Islandpferde. Bis heute ist diese Zucht rein geblieben.
 

Die harte Natur der Insel und zehn Jahrhunderte Reinzucht schufen ein charakterlich starkes, körperlich kräftiges Pferd, temperamentvoll, äusserst gehwillig, ausdauernd und selbständig, ein Pferd, das die Gangarten des Urpferdes, Tölt und Paß immer noch beherrscht. Und, obwohl das Islandpferd kräftig gebaut ist, wirkt es elegant. Die Basis einer guten Zucht liegen denn auch heute noch bei diesen Merkmalen. Da auf Island über Jahrhunderte Transporte und Reisen nur reitend und mit Packpferden durchgeführt werden konnten, wurde in der Zucht viel Gewicht auf die Bequemlichkeit der Gangarten für die Reitenden gelegt. Durch den Einfluss des Sportes wird heute (leider?) vermehrt auch auf einen spektakulären Tölt sowie auf ausdrucksstarke Pferde hin gezüchtet. Für den Laien charakteristisch sind die üppigen Behänge (Mähne und Schweif) und das dichte Winterfell der Islandpferde.

Islandjungpferde können ihre "Jugend" lange im Herdenverband geniessen. Sie werden erst zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahr eingeritten. Auch später werden die Islandpferde im Herdenverband gehalten. Ihre Gelassen- und Ausgeglichenheit ist Zeugnis für diese Haltung. Und gerade diese Gelassen- und Ausgeglichenheit machen die Islandpferde auch zu idealen Helfern in der Hyppotherapie.